Was das ZKM ist und für wen es sich lohnt

Das ZKM | Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe ist ein Ausstellungshaus und Forschungszentrum für Medienkunst. Es wurde 1989 gegründet, ist eine Stiftung öffentlichen Rechts und wird vom Land Baden-Württemberg und der Stadt Karlsruhe getragen. Seit 1997 sitzt es im Hallenbau A an der Lorenzstraße.

Geeignet ist das Haus für alle, die Kunst jenseits von Leinwand und Sockel sehen möchten: Videokunst, interaktive Arbeiten, Computerspiele als Kulturgut und Sammlungsstücke aus der Geschichte der Medienkunst. Die Selbstbeschreibung des Hauses spricht von einem offenen Kunstbegriff im digitalen Zeitalter. Einen Einstieg in das Thema bietet der Beitrag zur Medienkunst.

Träger, Leitung, Programm

Wissenschaftlich-künstlerischer Leiter ist Alistair Hudson, Geschäftsführer Holger Neinhaus (Stand Oktober 2026). Hudson folgte auf Peter Weibel. Rund 150 Mitarbeitende sind am Haus tätig, mehr als 400 Publikationen sind seit 1989 erschienen. Neben Ausstellungen umfasst das Programm Symposien, Konzerte und digitale Formate.

In der Gründungsphase brachte Jürgen Claus die Idee eines „elektronischen Bauhauses“ ein. Karlsruhe trägt seit 2019 als erste und bisher einzige deutsche Stadt den Titel UNESCO City of Media Arts; Hintergründe stehen im Beitrag Medienkunst.

Das Gebäude: Hallenbau A

Der Hallenbau A gilt als größtes historisches Industriegebäude Baden-Württembergs. Er entstand ab 1915 bis 1918 im Auftrag der Deutschen Waffen- und Munitionsfabriken AG (DWM) nach Plänen von Philipp Jakob Manz. In der Rüstungsfabrik arbeiteten bis zu 4.500 Menschen.

Zur Geschichte gehört auch die Zwangsarbeit in der Munitionsproduktion im Dritten Reich. Eine Gedenktafel am Haupteingang erinnert daran. Nach dem Zweiten Weltkrieg nutzten die Industriewerke Karlsruhe-Augsburg (IWKA) die Anlage zivil, in den 1970er-Jahren wurde der Standort aufgegeben.

Der Umbau durch Schweger + Partner begann 1993 mit dem Spatenstich, 1995 war Richtfest, 1997 zog das ZKM ein. Im selben Gebäude befinden sich die Hochschule für Gestaltung (HfG) und das Kunstmuseum Karlsruhe.

Ausstellungen im Herbst 2026

Das ZKM nennt auf seiner Ausstellungsseite folgende Schauen (Stand 27. Oktober 2026, bitte vor dem Besuch prüfen):

AusstellungLaufzeit
Silver Egg. Die Sinnlichkeit der Medienkunstbis 21. Februar 2027
Der Fernseher als Galerie. Das Archiv Gerry Schum und Ursula Weversbis 10. Januar 2027
Hans Hollein. Car Building (Eintritt frei laut Seite)bis 27. Juni 2027
William Forsythe. Choreographic Instructions (Eintritt frei laut Seite)bis 8. August 2027
The Story That Never Ends. Die Sammlung des ZKMbis 21. Mai 2028
Agentic Constellations. Kartografie des Verborgenenseit 23. Oktober 2026, Enddatum nicht genannt

Als Vorschau nennt das Haus „Hidden on Tape. Frühe Videokunst in Europa“ ab 28. November 2026. Zu den Dauerausstellungen zählen „zkm_gameplay. the next level“, laut Seite mit über 50 spielbaren Spielen, „playABLE. zkm_gameplay Level 5“ und „See You“.

Die Kunsthalle zu Gast: „See You“

Weil das Hauptgebäude der Staatlichen Kunsthalle saniert wird, zeigt sie im ZKM ausgewählte Werke vom Spätmittelalter bis ins 20. Jahrhundert unter dem Titel „See You. Begegnungen mit der Kunsthalle Karlsruhe“. Die Präsentation läuft seit dem 29. April 2023, ein Enddatum ist nicht genannt. Ein Ticket gilt für das ZKM und die Kunsthalle-Ausstellung. Hintergründe stehen im Beitrag zur Kunsthalle Karlsruhe.

Öffnungszeiten und Eintritt (Stand Oktober 2026)

Die Ausstellungen sind Mittwoch bis Freitag von 10 bis 18 Uhr und Samstag und Sonntag von 11 bis 18 Uhr geöffnet, Montag und Dienstag ist geschlossen. An Feiertagen können die Zeiten abweichen.

TarifPreis
Regulär14 €
Ermäßigt10 €
Familie (zwei Erwachsene mit beliebig vielen Kindern unter 18)26 €
Abendtarif ab 16:30 Uhr (ab 18 Jahren)8 €
Unter 18 Jahrenfrei

Ermäßigung gibt es unter anderem für Studierende, Auszubildende, Inhaber des Karlsruher Passes und Gruppen ab zehn Personen. Freien Eintritt haben unter anderem Begleitpersonen von Menschen mit Behinderung und Jahreskarteninhaber. Tickets gibt es vor Ort oder im Webshop, eine Reservierung ist nicht nötig.

Freitag ab 14 Uhr kostenfrei

Jeden Freitag ab 14 Uhr ist der Eintritt in die Ausstellungen des ZKM kostenfrei. Wer die Zeit klug nutzt, kann danach im Kunstmuseum nebenan weitermachen, das freitags ab 14 Uhr ebenfalls freien Eintritt gewährt. Weitere Möglichkeiten sammelt der Beitrag Kunst kostenlos.

Anreise

Vom Hauptbahnhof fährt die Straßenbahnlinie 6 (Richtung Arbeitsagentur) bis zur Haltestelle „ZKM“, laut ZKM etwa sechs Minuten. Aus der Innenstadt nehmen Sie ab Europaplatz die Linie 4 (Richtung Oberreut) bis „Landesbausparkasse“, etwa neun Minuten. Die Buslinie 55 hält an der „Holtzstraße“. Eine Tiefgarage befindet sich unter dem ZKM.

Mit Kindern, Barrierefreiheit

Für alle unter 18 Jahren ist der Eintritt in die Ausstellungen frei. Es gibt Wickeltische in den Foyer-WCs, Kinderwagen sind erlaubt, außerdem bietet das ZKM Workshops für Kindergeburtstage an. Das Spieleangebot von „zkm_gameplay“ eignet sich als Programmpunkt für den Besuch; weitere Anregungen finden Sie unter Bei Regen und mit Kindern.

Laut Besuchsseite gibt es Aufzüge und einen stufenfreien Zugang zu den Ausstellungen, zur Bibliothek, zur Medialounge und zum Kubus sowie barrierefreie WCs im Foyer. Das ZKM bietet außerdem Seiten in Leichter Sprache und Gebärdensprache an. Details nennt das ZKM selbst.

Nicht zu verwechseln: das Kino am ZKM

Der „Filmpalast am ZKM“ ist ein kommerzielles Multiplexkino mit eigenem Betreiber, der Filmpalast am ZKM – Karlsruhe GmbH & Co. KG. Es gehört nicht zum Museum und hat eigene Preise und Zeiten.

Ein Gedanke zum Schluss

Das ZKM erklärt sich schlecht im Vorbeigehen: Viele Werke verlangen Zeit, manche das eigene Mitmachen. Wer nur eine Stunde hat, ist mit einer der zwei Schauen mit freiem Eintritt, Hollein oder Forsythe, vermutlich besser bedient als mit dem Versuch, alles zu sehen.

Häufige Fragen

Wann hat das ZKM geöffnet?

Mittwoch bis Freitag von 10 bis 18 Uhr, Samstag und Sonntag von 11 bis 18 Uhr. Montag und Dienstag ist geschlossen. An Feiertagen können die Zeiten abweichen (Stand Oktober 2026).

Was kostet der Eintritt ins ZKM?

Regulär 14 Euro, ermäßigt 10 Euro. Das Ticket gilt auch für die Kunsthalle-Präsentation „See You“. Unter 18 Jahren ist der Eintritt frei, freitags ab 14 Uhr ist er für alle kostenfrei.

Ist das Kino am ZKM Teil des Museums?

Nein. Der Filmpalast am ZKM wird von einer eigenen Betreibergesellschaft geführt und ist ein kommerzielles Kino.

Grundlage dieses Beitrags

Wir haben die Angaben mit diesen Quellen abgeglichen (ohne Verlinkung, siehe Redaktionsgrundsätze):

  • ZKM | Zentrum für Kunst und Medien: Ausstellungen (abgerufen am 27. Oktober 2026)
  • ZKM | Zentrum für Kunst und Medien: Öffnungszeiten (abgerufen am 27. Oktober 2026)
  • ZKM | Zentrum für Kunst und Medien: Eintrittspreise (abgerufen am 27. Oktober 2026)
  • ZKM | Zentrum für Kunst und Medien: Anfahrt (abgerufen am 27. Oktober 2026)
  • ZKM | Zentrum für Kunst und Medien: Architektur (abgerufen am 27. Oktober 2026)
  • ZKM | Zentrum für Kunst und Medien: Besuch (abgerufen am 27. Oktober 2026)
  • Filmpalast am ZKM – Karlsruhe GmbH & Co. KG: Impressum (abgerufen am 27. Oktober 2026)